Festivaltagebuch/Nordschleifenreport
Zum 25-jährigen Jubiläum von Rock am Ring gab es einen vierten Festivaltag extra und bombastisches Wetter obendrauf. Das STADTBLATT war vor Ort und hat die musikalischen Acts ausgecheckt.
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Samstag, 5.6.
Heute gibt es Gossip auf die Ohren. Weil der gemeine deutsche Festivalbesucher sie noch nie live gesehen hat, ist man auf Beth Ditto gespannt wie ein Flitzebogen. Wie erwartet, steckt sie das Publikum mit bester Laune an. Diese kleine korpulente Person ist eine absolute Sympathieträgerin, die alles gibt, charmant ins Mikro schnauft, anstatt daran vorbei zu hüsteln und nach einigen Songs die Hitze zum Anlass nimmt, sich ihrer Oberbekleidung zu entledigen.

Masche oder Spontanität? Man nimmt Ditto und der Band ab, dass sie Bock auf Livekonzerte haben. Auch Gitarrist/Bassist Brace Paine (geile Tanzeinlagen!) und Schlagzeugerin Hannah Billie sind echte Charaktertypen. Man entdeckt sogar die ersten entblösten Frauenoberkörper im Publikum. Ist aber auch heiß hier...

Huch – ein Überraschungsauftritt von Pink? Weit gefehlt. 30 Seconds To Mars-Frontmann Jered Leto hat einfach nur eine neue Frisur. Typ „Pinkfarbener Irokese“. Gewagt, aber gut. Absolutes Highlight: Zum Konzertende durften die 50 ersten Crowdsurfer auf die Bühne, zum Mitsingen. Noch nie so viele Surfer auf einmal erlebt! Es folgte ein schönes Gruppensingen bei dem Leto, mit einer Deutschlandfahne geschmückt, den Tränen nahe ist.

Musikalisch gewaltig ist die Show von Muse. Ein elektronisches Rockfest! Leider kommt bei einem Muse-Auftritt von den Musikern nie viel mehr rüber als leicht affektiertes Gitarrenposing (jeder Muse-Fan wird laut aufschreien, aber jedem seine Meinung). Einen weiteren Gänsehautmoment erlebt man beim Konzertende, als ein riesiger silberner Ballon in UFO-Form über das Publikum schwebt und eine glitzernde Artistin – frei hängend – mit Akrobatik verzaubert! Magisch.

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