Festivaltagebuch/Nordschleifenreport
Zum 25-jährigen Jubiläum von Rock am Ring gab es einen vierten Festivaltag extra und bombastisches Wetter obendrauf. Das STADTBLATT war vor Ort und hat die musikalischen Acts ausgecheckt.
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Nordschleifenreport
Sie gelten als die härtesten unter den Ring-Besuchern: die Nordschleifencamper. Für 30 Euro (!) extra darf man auf der berühmten Rennstrecke sein Lager aufbauen – auf eigene Gefahr. Schließlich wird wohl nirgendwo sonst so bedingungslos gefeiert. Das sieht man auch in diesem Jahr bei einem Streifzug entlang der „Grünen Hölle“. Unter Pavillons nett angerichtete Stillleben aus typischem Festivalmüll, Kinderswimmingpools mit Bierresten, malträtierte Gummipuppen, mit Badelatschen und Schnapsflaschen liebevoll dekorierte Äste und ganze Sofagarnituren reihen sich aneinander. Pünktlich zum Unwetter am Sonntagnachmittag wollen wir von den Nordschleiflern wissen: Was ist euer Festivalfazit 2010?

Ina und Stefanie aus Leer, zum ersten Mal auf der Nordschleife

Warum Nordschleife?

Es ist hier sehr viel ruhiger, als auf dem normalen Campingplatz. Obwohl wir eigentlich hier sind, weil viele gesagt haben, dass hier mehr Party abgeht. Aber ich empfinde das nicht so. Wir fanden die Campingplätze in den Vorjahren besser. Aber wenigstens haben wir uns vorher unser eigenes Dixi-Klo für die Nordschleife bei der Firma Sani bestellt. Das ist uns Donnerstagabend geliefert worden und wird einmal am Tag gereinigt.

 

Musikalisches Highlight?

Rammstein! Deswegen sind wir hauptsächlich hier. Ansonsten waren bisher 30 Seconds to Mars und Volbeat geil.

 

Woran merkt man, dass es ein Jubiläumsfestival ist?

Wir finden, dass es auf dem Platz wesentlich voller ist – das war in den letzten Jahren angenehmer. Wir sind eh nicht diejenigen, die in der ersten Reihe stehen, aber im hinteren Bereich ist es schon enger geworden.

 

Nächstes Jahr wieder?

Ich glaube, für uns war es das letzte Mal. Wir werden halt alle nicht jünger!

Holger, aus Bad Neustadt an der Saale, zum achten Mal auf der Nordschleife

Warum Nordschleife?

Ist immer wieder geil. Der Eingang zur Grünen Hölle ist der geilste Platz, den es gibt. Du hast es nicht weit zum Rauskommen, den Busshuttle direkt vor der Nase, normalerweise eine Wasserstation, die aber im Moment leer ist und drei Kilometer nur Party. Neustadt an der Saale liegt nur 100 Kilometer von Rock im Park entfernt, aber wir fahren jedes Jahr 300 Kilometer hier raus, weil es bei Rock am Ring einfach geiler ist!

 

Musikalisches Highlight 2010:

Bisher Muse und Hammerfall! Heute Abend freue ich mich auf Rammstein.

 

Festivaltruppe aus der Nähe von Schwäbisch Hall, Nordschleifencamper seit Jahren

Erst Sonne, dann Gewitter – fällt das Festival jetzt ins Wasser?

Auf keinen Fall! Wir haben den Regen und Sturm schon vermisst. Das gehört doch zu einem Festival in der Eifel dazu.

 

Was war euer Festivalhighlight 2010?

Muse, Volbeat und Alice in Chains – die sind mit einem Hammer auf die Bühne gekommen. Das war geil!

 

Euer Nordschleifen-Highlight 2010?

Unsere Gemeinschaft und die vielen Flunkiball-Spiele auf der Rennstrecke. 

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