LERSERBRIEF: Zum Artikel populistische Plagegeister (4.2018)

0 Posted by - 1, 25. April 2018 - Artikel

Liebe vorbefasste Stadtblattredakteure!
Den BOB Artikel könnt Ihr aber besser!

Anstatt die unwissenschaftlichen Thesen des Grünen Ratsherrn Hagedorn („Tausende von Stickoxidtoten“) oder die wirren Einlassungen des Ratsgrünen Baumschutzwartes Tobias Demircioglu (der einen schrecklichen Forstunfall als „gerechte Rache der Natur“ kommentiert hat) ohne Gegenrecherche zu verbreiten, hättet Ihr hier die Chance gehabt, einen echten Experten und Umweltmediziner zu interviewen – dies dann faktenbasiert.

Statt Information also redaktionelle Konfrontation mit Dr. Lübbes Gegenspielern im Rat, die schon 2016 mit Neumarktabrissanzeigen reüssieren wollten und vorausschauend Bäume für einen Investor fällen lassen, der vermutlich nie kommen wird. Ist hier nicht die Rolle von Frank Henning (SPD), der sich hier als Steigbügelhalter für eine Finanzheuschrecke gefällt, hinterfragenswert ? Warum veröffentlichen die Grünen einen Werbefilm eines Immobilienakteurs auf ihrer Internetseite ? Wiegen die Investoreninteressen mehr als die der Osnabrücker Bürger ? (Tipp: Ein autofreier Neumarkt beschert dem Investor eine höhere Ladenmiete).

Es ist wahr, Facebook kennt keine „Nettikette“, aber für die Einträge der Besucher sind die Besucher selbst verantwortlich – die Verbotspartei sieht das natürlich anders. Warum unterliegt die FB-Seite der Grünen nicht Eurer geschätzten Betrachtung, auf welcher Autofahrer als „rasende Boliden“ einem ideologischen Generalverdacht ausgesetzt werden ? Ist es wirklich populistisch, die Regenbogler an ihre Wahlversprechen der „Wohlfühloase“ zu erinnern, wenn jetzt aus dem Neumarkt eine zweite Johannisstrasse mit 1800 Busbewegungen werden soll ? Am Neumarkt wohnt fast keiner – am Wall schon: Verschwinden die Stickoxide wirklich, wenn der Neumarkt geschlossen wird oder werden die Verkehre dann auf die Anliegerwohnstrassen und den Wall und seine Bewohner verschoben ? Jemand, der die Gesundheit der Mitbürger aufs Spiel setzt, um seine Verkehrsideologie durch zu setzen, bewegt sich nicht mehr in einem demokratischen Umfeld.

Mit etwas mehr Rechercheaufwand wäre Euch auf unserer Internetseite (www.bob-os.de) BOBs Engagement für die Anwohner der Sudetenstrase, die von der Konversion des Wissenschaftspark im wahrsten Sinne betroffen sind, unsere Papplos Aktion, mit welcher wir der Pappbecherflut in Osnabrück begegnen wollen, die Diskussion um die Schlossgartenumgestaltung, die Verschwendung von Steuergeldern oder die Neumarkteröffnung ins Auge gestochen. Diesen Erfolg haben wir übrigens nur mit der Hilfe und der Unterstützung vieler Osnabrücker erreichen können.
Wäre das nicht eine unvoreingenommene Zeile wert gewesen ?

Natürlich wollen auch die Regenbogler daran nicht erinnert werden – also hat BOB fast alles richtig gemacht – außer vielleicht sich in großer Naivität darauf zu verlassen, dass Journalisten die Hegel´schen Prinzipien bzw. Empfehlungen des Presserats (These, Antithese Synthese) beachten oder den persönlich gefärbten Kommentar als solchen auch kennzeichnen. Statt dessen werden im Stadtblatt Ratsmitglieder zitiert, die sich u.a. vor einer Sitzung die Verwaltungsvorlagen nicht durchlesen, sondern sich nach eigenem Bekunden lieber aus der Zeitung informieren lassen. Oder die Sitzungen gleich ausfallen lassen, weil sie sich mit den Vorlagen zu einer Entscheidung im Stadtentwicklungsausschuss nicht beschäftigt haben – im Falle der Sudetenstrasse sogar mehrmals!

Strengt Euch an! Das könnt Ihr besser!
Eure „autozentrierten“ Bobies!
BOB Osnabrück


Verfälschender und beleidigender Bericht unter BILD Zeitungs-Niveau

Das von Ihrer Mitarbeiterin geführte Interview zu BOB im Rat Osnabrück hat zu einem verfälschenden und beleidigenden Bericht unter BILD Zeitungs-Niveau geführt. Sie deutete ja schon an, dass es sich um einen „Verriss“ handeln würde.
Da ihr nur begrenzt Informationen vorlagen und diese „grün gefiltert“ waren, habe ich im Computer Unterlagen herausgesucht, nicht zum „Blicke ausweichen“. Ebenso wenig habe ich für sie Tee „zur Ablenkung“ besorgt.
Mein Hinweis zur Sprache im BOB-Facebook bezieht sich auf inakzeptable Fremdkommentare, die auch bei den anderen Parteien nicht immer rechtzeitig entfernt werden.
Auch von anderen Parteien aus dem Rat wurden Stellungnahmen zu BOB erbeten. Ihr Blatt erweckt den falschen Eindruck, es gebe hierzu von allen Antworten („Kein Kommentar“ bei den Linken!). In Wirklichkeit haben die Linken nicht geantwortet, aber mir das Bedauern über einen so beleidigenden Artikel ausgedrückt!
Die Tatsache, dass es bei BOB eine rege Diskussionskultur gibt, und BOB nicht monothematisch auftritt, hätte viel differenzierter und nicht nur als „meine größere Liberalität“ wiedergegeben werden können.
In der vorgelegten Art und Weise wird die notwendige Politische Debatte in den lokalen Medien verunstaltet! Abhilfe könnte entweder eine von BOB angebotene ergänzende Klarstellung oder durch einen sachlichen, durch Sie redigierten,  Beitrag im Folgeheft geleistet werden.
Viele Grüße, voller Hoffnung auf eine adäquate Aufarbeitung eines unglücklichen Beitrags im Stadtblatt.

Dr. Ralph Lübbe
Osnabrück


Was passiert, wenn das Stadtblatt über BOB berichtet, war zu erwarten.

Dass aber, um mit Ihren Worten zu sprechen, „ein Tiefpunkt in der journalistischen Kultur dieser Stadt“ erreicht werden würde, überrascht dann doch.
Neben vielen falschen und manchen richtigen Dingen über BOB: Wann findet der Auftritt des Herrn Henning mit den Mitstreitern Hagedorn, Brandes-Steggewentz etc. in Ihrer Rubrik „Populismus“ oder auch „Bürgertäuschung“ Erwähnung? Zur Erinnerung: www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/670616/centerinvestor-kundigt-abriss-am-osnabrucker-neumarkt-an
Wann die Aussage des Herrn Henning an Kalla Wefels Heimatabend, die Sperrung des Neumarkts für den Individualverkehr erfolge, weil der Investor das so erwarte – und nicht aus Umwelt- oder Stadtentwicklungsgründen?
Zuviel erwartet sicher auch die Erwähnung der Aktion der BOB-Ratsfrau Albrecht zum Thema Einwegbecher in Osnabrück, als erste überhaupt:  www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/938568/pfandsystem-soll-pappbecherflut-in-osnabrueck-stoppen
Ach ja, die kann ja nur Verkehr, und das nicht einmal richtig. Oder der Einsatz der BOB-Fraktion für die Grundwassergeschädigten an der Sudetenstraße, wo bislang keine andere Fraktion Interesse zeigt.
Es ließe sich vieles mehr anführen.
Wenn man allerdings über BOB schreibt und ca. die Hälfte des Textes aus unkommentierten Zitaten politisch anders Denkender besteht, würde das natürlich den gewünschten Eindruck beenträchtigen.
Sie können wahrlich stolz auf Ihren investigativen Artikel sein.

Kopfschüttelnd grüßt
Frank Eilermann
Osnabrück